Hm…war das überhaupt die gleiche Halle bzw. der gleiche Saal, in dem die Brote dort gestern bei den EMAs aufgetreten sind? Wie spät war’s? 16.30 Uhr? Sind die (100?) Leute im Publikum wirklich so abgegangen oder wurden die vorm Auftritt nur gedrillt?
In unserem naiven Größenwahn hatten wir wirklich gehofft, dass die Band wenigstens kurz vor eigentlichem Showbeginn in der Arena auftritt, in der auch die Preisverleihung stattfindet. Nun hat, wie zu erwarten war, nicht einmal das britische Publikum den Auftritt gesehen, noch wird es zu Mundpropaganda unter anderen Künstlern kommen. ABER man war in England, das Gefühl zählt, auch wenn man die ganze Sache, ehrlich gesagt, ebenso in Berlin hätte aufzeichnen können.
Mit dem Bettina Superpunk Rmx, welcher live gespielt wurde, hatten wir wohl recht (war auch nicht wirklich schwer zu errraten), aber der Höhepunkt war da eher die Preisübergabe: In die Jahre gekommene Pfadfinder oder geliftete Indiana Jones Dublikate? Und, auch wenn sie es eindeutig nicht ist, landet in unseren Köpfen die nostalgische Uniform eines KVP (später NVA) Leutnants!? Gefreite Expeditionisten (nicht zu verwechseln mit Exhibitionisten) erobern England; wir haben gelacht.
Nun gut, was soll man zu den EMAs sonst noch sagen? Bestangezogenster Mann war wohl Paul McCartney, der eben versteht, dass eine Blue Jeans, ein weißes Hemd und ein schwarzes Jacket manchmal mehr sind. Beyonce war kurzzeitig Michael Jackson und Estelle hatte die Queen Mary II unter ihrem Kleid.
Neben Katy Perry, die wahnsinnig genervt hat, müssen wir auch sagen, und das bei allem Respekt und vollster Anerkennung: Wir können Bono nicht mehr hören, nicht mehr sehen und gemocht haben wir den sowieso noch nie. Außerdem muss es nicht sein, dass jeder Zweite auf einer Musikveranstaltung über den Obama-Sieg jodelt.
“Politicians for rockstars, they rock the world…”
…und bald gibt es in der Bravo ein Poster von dem neuen US Präsidenten. Wären noch Jesus Christ Dankesreden dazugekommen, hätten wir glatt angenommen, dass die EMAs 2008 in New York stattgefunden haben. Von den Gastgebern, den greaten Briten, hat man an diesem Abend leider viel zu wenig gespürt.