Dank einer großzügigen Spende seitens Frau K. aus M. lebt unser Blog noch und sieht noch immer hervorragend aus. Wir nach 4 Tagen on the road hingegen nicht mehr. Fällt aber nicht weiter auf…
Nach einer ausgiebigen Körpermassage von Asterix, äh Astefick, fühlen wir uns nun in der Lage von unseren Tourerlebnissen zu berichten:
# ROSTOCK – Von Nerds und unehelichen Yoko Onos
Tzänk yu Deutsche Bahn for ärreiwing tsörti minutes too late. Aber wir waren das erste Mal einen Tag vor dem Konzert angereist und demzufolge nur halb so wütend auf die Bahn. In der Pension Schröder angekommen, standen wir als erstes vor der schwierigen Frage: Wie erklärt man seinem 3-jährigen Neffen, dass man trotz Peter “Fuchs’” großer Bohrmaschine im Auto nicht auf dessen Tour fährt, sondern lieber Fettes Brot Konzerte besucht?
Gar nicht! Führt nur zu Heulerei.
Und wie kriegt die Tante dieses Balg endlich mal dazu die Brote zu hören?
Indem man die Gute-Nacht-Geschichte aus dem Rekorder tut und “Strom und Drang” reinlegt. Aus Selbstschutz erledigten wir dies kurz bevor wir uns auf den Weg zur Scandlines Arena begaben. Das Gejammer von Eltern und Kind wollten wir uns dann doch nicht geben.
Kaum dort angekommen gab es ein Dilemma: Beim F.B.I.-Treffen kam es durch Äußerungen unsererseits fast zur augenblicklichen Trennung der Band Fettes Brot. Diese konnten wir jedoch durch liebevolles Becher-auf-die-Brote-Werfen gerade noch verhindern. Da sind wir dem Titel “Yoko Ono of The Breadles” noch einmal knapp von der Schippe gesprungen und das Konzert in Rostock konnte stattfinden.
Die Setlist war uns bereits bekannt, von den Umsetzungen ließen wir uns allerdings gerne überraschen. “Soll das alles sein” war nie unser Ding, wird es auch nicht werden, aber das Instrumental war TOP, “Amsterdam” hat live geschockt und Spaß gemacht, “Kontrolle” hingegen blieb bis auf die tolle Gitarre mittelmäßig.
Die Arena füllte sich nicht vollständig und das Publikum sorgte nicht gerade für ekstatische Zustände. Trotzdessen kommen wir gerne wieder. Denn hier lässt sich beim Getränkekauf noch Geld verdienen. Man zahlt 5 Euro mit einem 20 Euro-Schein und bekommt 28 Euro + 2 Getränke wieder. Unehrlich aber rentabel.
# OLDENBURG – Namensvetter aus’m Patentbusch
Hatten wir eigentlich schon den 3-jährigen Jungen in Rostock erwähnt? Die Nachtruhe war um kurz nach sieben vorbei. So blieb uns nichts anderes übrig als durch unsere verklebten Augen Kindertrickfilme zu sehen und dabei über das “Mumu-Monster” zu stolpern. Und so standen wir vor der mittlerweile dritten schwierigen Frage: Was ist ein Mumu-Monster?
Ist es …
A Eine Filzlaus
B Ein Scheidenpilz
C Ein überdimensionaler Penis
D Eine Kitzlerklemme
Der Kleine wusste es nicht und ist von 64.000 auf 500 Euro zurückgefallen. Diese haben wir mit ihm gegen ein kleines, glänzendes, rundes Kupferstück getauscht, weil er dies hübscher fand, und machten uns dann umgehend auf den Weg nach Oldenburg.
Dort steppte nicht gerade der Bär. So blieben wir, mit Ausnahme eines kurzen Stadtbummels, in unserem Hotelzimmer. Ein kurzer Zeitsprung.
Schwups. Da sind wir schon – in der Weser-Ems-Halle. Haben wir auf diesem Blog eigentlich schon einmal erwähnt, wie großartig wir Vincent van Go Go finden? Wir wissen, wir haben schon das ein oder andere Mal über sie geschrieben, deshalb heute nur dies: Wir waren verliebt, sind nun mehr als das und an dem Punkt angekommen, wo wir mehr wollen.
Von VvGG zu FB. Da die Band dieses Mal mit einer Chamäleon Setlist unterwegs war, gab es heute eine kleine Veränderung, die uns große Freude bereitete: “Welthit” in neuem Gewand aus feinsten Stoffen.
RuckZuck war alles vorbei und wir saßen im Bus Richtung Patentbusch (Dort haben die Indianer sich seinerzeit die Friedenspfeife patentieren lassen), um zu unserem Hotel zu gelangen.
# LINGEN – Baumfight und Pogonight
Wir wissen schon, warum uns Großstädte lieber sind. Dass man erst einmal durch die ganze Innenstadt rennen muss, um überhaupt etwas Vernünftiges zu Essen zu finden, ist ja schon nervig. Aber dass dieses dann auch noch unverschämt teuer ist, ist zum Kotzen. Wenigstens hat’s geschmeckt…
Dafür hatten wir ein wunderschönes Hotelzimmer mitten in der Altstadt mit tollem Ausblick. Den Höhepunkt jedoch bildete der Pogo-Mob zu “Schwule Mädchen” auf dem heutigen Konzert. Diesem durften wir beiwohnen nachdem wir mit Ellbogenhieben und Tritten beim Vordrängeln traktiert worden waren. Wir stießen die letzten Energiereserven und Endorphine aus und schliefen diese Nacht so ruhig wie in keiner anderen. Am nächsten Morgen gab es zur Stärkung ein tolles Frühstück, nach dem wir anschließend nach Hamburg zurückfuhren.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die vorab angekündigte Liebesbestäubung bei uns zu keinem positiven Ergebnis führte. Dabei hatten wir uns auf eine Schwangerschaft und vor allem auf saftige Alimentenzahlungen gefreut, denn diese hatten wir in unsere nächste Tourplanung schon fest eingeplant. Das Kind hätten wir während der Tournee in Aspik eingelegt, damit es sich nicht wundliegt.
P. S. Langsam reicht’s! Wieder mal wegen der Brote verpassten wir Dienstag Lykke Li und müssen uns morgen Public Enemy entgehen lassen.
P. P. S. Selbst Schuld – scheiß Nerds.
P. P. P. S. Wenn das Becherwerfen eine Art von Zuneigung ausdrückt, ist dann “einen bechern gehen” Vögeln?
P. P. P. P. S. DIE FOTOS VON ROSTOCK, OLDENBURG UND LINGEN SIND BEREITS ONLINE!
# TOURSONGS
Esser – Headlock, I love you
The Ordinary Boys – The great big rip off
Lykke Li – Everybody but me
Vincent van Go Go – Crimeboy
Tomte – Wie ein Planet
Marvin Gaye – Let’s get it on
Die Türen – Daddy Uncool
Station 17 feat. Fettes Brot – Regenbogen
Good Shoes – Ice age