Mesdames et Messieurs,
comme cela convient, nous faisons un rapport sur le festival de hurricane:
Der Tag hatte beschissen angefangen. Da gab es diesen Hund, der in den eigenen vier Wänden Sonnenbrillendiebstahl beging und zu beißen drohte, wollte man sich das Diebesgut wiederbeschaffen. Naja, wir haben uns dann doch nicht mit der Töle angelegt, die Sonne machte sich ohnehin rar. Fertig gemacht hätten wir das Tier auf alle Fälle, das wollen wir mal klarstellen, wir sahen nur keinen Grund dazu.
Bevor es losging Richtung Scheeßel, schnell noch die Fahrkarte mit der falschen Bahncard gelöst und letztlich im Zug schön draufgezahlt. Nach einem klitzekleinen Iron-Man Spaziergang um das Festivalgelände schafften wir es doch rechtzeitig zu Lily Allen und dem einsetzenden Regen vor die Green Stage. Weder das Nass, die zweckentfremdeten H&M Tüten auf unseren Häuptern, noch die sturzbetrunkenen uns an den Arsch packenden Weiber hinter uns, konnten uns die Laune vermiesen. Lily und ihre Band waren toll. Vor “Not Fair” hat die Britin nur am Rande versucht die Männer mit einem “Fuck off” zum Gehen zu bewegen. Nur ein paar Minuten später, als Keane die Bühne betraten, hatte man gehofft, dass wenigstens die ausschließlich männlichen Bandmitglieder dieser Aufforderungen nachkommen würden, diese Hoffnung wurde allerdings getrübt. Es war wirklich ganz scheußlich, was dieser Frontman, der optisch schon ein wenig an den jungen Joschka Fischer erinnert, an Theatralik auf die Bühne brachte. Ein Katzenjammer nach dem anderen, ein Triefschwall folgte dem nächsten. Pfui, Keane. Für die widerliche Cover-Version von Queens/Bowies “Under Pressure” mussten wir
die Band im Anschluss leider töten. Da wir von keinem Security abgeführt wurden, haben wir die darauffolgende Band namens “Pain boulot” sehrwohl miterlebt. Vergesst “Lieber verbrennen als erfrieren” als Opener, von 0 auf 100 in 10 Sekunden geht es mit “Jein”. Passt wirklich super. Man ist sofort drin und hat nur noch Bock die Band abzufeiern. Dieser Sommer wird großartig! Die Songs wurden wieder einmal in neue Gewänder gekleidet. “Erdbeben” pogt mit dem gelben, kopfnickenden Stofftier, “Nordisch by nature” tanzt mit einem diesjährigen TopTen Hit einer schwedischen Popgruppe. Vielleicht könnte es auch eine Andeutung sein, wenn wir erzählen, dass das ein oder andere Bandmitglied in alter Rio Reiser Manier die Bühne barfuß rockte!? Höhepunkte sind eindeutig das bereits erwähnte “Erdbeben” und “Der beste Rapper…”, den niemand so erwarten wird. Groß, groß, groß! Außerdem gibt es soviel Neues zu entdecken, dass wir versprechen können, niemandem zuviel verraten zu haben. Von der musikalischen Vielfalt gesehen, scheint dies die beste Festivalsaison ever zu werden. Wer hingehen kann, sollte es tun. Wir tun’s auch! Ein weiteres persönliches Highlight war Andy, mit dem wir nach vier Jahren mal wieder zusammen feierten. He’s the real Knut! Als “Die Ärzte” die ersten Töne spielten, waren wir bereits auf dem Parkplatz und machten uns nach Lösen der Lenkradkralle aka Beilfuß auf den Weg nach Hause. Hallo Endorphin…
P. S. Nur eins: Das Ärzte Instrumental hätte nicht Not getan. Schleimer!
P. P. S. Wir haben nach Ewigkeiten mal wieder am Merchstand eingekauft. Daumen hoch für das weiße Shirt!
P. P. P. S. Soviel Lob ist ja schon ganz ekelhaft. Leider haben wir nichts zu Nörgeln gefunden und müssen deshalb einmal vor unserem wahren Ich kapitulieren.