Archive August 2009

DA CAPO & CHA_PEAU! 0

Aug30

Wie gut, dass unsere Konzertberichte immer in der chronologisch richtgen Reihenfolge verfasst werden, denn wenn wir das Ende des Abends – unser Diskussionsthema nach dem Fettes Brot Konzert – vorweg nehmen würden, würde niemand diesen Text bis zum Schluss lesen.
Beginnen wir also mit der ersten Hälfte des Tages: Über spät oder lang kam Frau Knapp in Mainz an. Nach ausgiebigem Begrüßen und Beschnuppern à la Jon Lajoie (“Genitalia!”) gaben wir uns der Völlerei hin. Wenn uns auch ein bisschen übel wurde, war der Trost, uns mit der Todessünde wieder ein paar mehr Symphatien beim Teufel eingefangen zu haben. Nach andauernder Gesichtrestauration sprangen wir in die S-Bahn Richtung Wiesbaden, die mit gefüllten Teens gefüllt war und wegen des Duftgemisches aus Alk und Parfum der aufgetakelten Girlz und Boyz letztlich stark an einen asiatischen Männerpuff erinnerte.
Nicht länger als 10 Minuten dauerte die Fahrt und wir trafen vor Ort auf keine Warteschlangen. “Pünktlichkeit ist eine Zier, doch besser geht es ohne ihr” – Überpünktlichkeit und das Heißsein auf Vincent van Go Go wurden an diesem Abend belohnt. Hätten wir vor’m Einlass stehen bleiben müssen, hätten wir vermutlich Randale geschlagen oder uns weinend mit der Eintrittskarte geritzt. Weitere detaillierte Gewaltfantasien ersparen wir euch an dieser Stelle und wollen stattdessen erwähnen: Kennt ihr eigentlich schon Vincent van Go Go? Was für eine tolle Live-Band! Auch nach dem 6. Mal ist man immer noch völlig begeistert und mitgerissen.
Genau das Gleiche gilt nach dem ca. 6. Mal auch für die Brote. Und jetzt, wo die Festivalsaison vorüber ist, wollen wir uns näher zu dem sensationellen Programm der Band auslassen, auch wenn nach dem Haldern-Pop schon gewisse Dinge auf gewissen offiziellen Seiten auf den Punkt beschrieben wurden.
Als wir bemerkten, dass es dieses Jahr lediglich eine handvoll Live-Auftritten geben wird, haben wir bzgl. des Programms keine großartigen Veränderungen erwartet. Aber stattdessen wurde auf dem Hurricane die für uns bisher beste Festivalsaison eingeleitet.Ein kleines Gesamtkunstwerk mit samtigem “Clockwork Orange” Bühnenbild, das zum Teil in die Trikolore gehüllt schien, komplettiert von der Nervenkostüm-Gang in weiß, die visuell neben den Broten zwar farblos wirkte, auditiv aber bunter war als die Hauptakteure. Die Drei schickten uns mit ihrem spitzfindigen Musiksinn in den Sommerurlaub. Wiederkehrende karibische Klänge, die selbst den standhaftesten “Grosser” zum Hula-Tanz bewegten. Beim “Besten Rapper…” noch ausgelassen mit den Rude Boys irgendwo zwischen Jamaika und Großbritannien geskankt, feiert man auf der Rückreise im Party-Flieger zum kickenden 500-Volt-Erdbeben.
Die Band hat eine dramaturgisch tolle Setlist ausgearbeitet, die bereits mit dem Opener (“Jein”) glänzte. Trotz fehlender großer Überraschungen, was die reine Songauswahl betrifft, war das Paket perfekt geschnürt. Und auch, wenn man selbst kein großer Fan der Neuen Deutschen Welle ist, brachte einen “Ein Jahr (Es geht voran)”, der Übergang zum immer noch verehrten Superpunk Remix der Hit-Single des letzten Jahres, durch “Jumpstyle meets Chicken Dance” zum Lachen.  [inspic=1238,right,,130]In Wiesbaden wurde uns, anders als bei den bisherigen Auftritten, noch “Schieb es auf die Brote” (Hat sich eigentlich schon mal jemand den Refrain von “Blame it on the Boogie” auf Deutsch übersetzt?) und der inniggeliebte “1 € Blues” geschenkt. Das Folklore-Publikum war ekstatisch und bescherte uns, und wir wagen zu behaupten auch der Band, einen würdigen und vor allem explosiven Abschluss der diesjährigen Saison, der besonders uns beim Barfuß-Tanzen im Sand Sorge um unsere Füße machte. Ja, sie sind lädiert! Ritzen wäre allerdings schlimmer gewesen.

Nun noch einmal zum eingangs erwähnten Diskussionsthema: Während beim Auslass um uns herum fiebrig diskutiert wurde, wo der Alkohlnachschub zu besorgen sei, brachten wir alle schlagartig zum Schweigen, weil wir einander lautstark unsere sehr konträren Meinungen zu den zur Wahl stehenden Parteien der baldigen Bundestagswahl kundtaten. Schämen sollten wir uns! Was passierte als Franzi vor uns einschlief, könnt ihr beim Spionagedienst Eures Vertrauens aka Twitter nachlesen. Patrick Wolf Action am nächsten Morgen! Fotos vom gestrigen Abend bei Fotos, aber jetzt erst einmal zum Frauenflüsterer:

TEASER – Patrick Wolf Action 2

Aug29

Den ganzen weiten fucking Weg von fucking Mainz bis fucking Wiesbaden und dann endet der fucking Abend ungefähr so, wie Ihr es im folgenden Video sehen könnt. Fuck!

Den ganzen ausführlichen Bericht plus visuelles Beweismaterial gibt’s dann heute Abend!

Einfach mal die Ärmel hochkrempeln! 0

Aug18

sdc10087 Das Haldern-Pop Festival hatte bereits angefangen als wir ein Ticket-Schnäppchen schlugen. Wir verpassten die ersten beiden Tage und auch Samstag kamen wir erst nach sommerlichem Einbruch der Dunkelheit mit unserem Tuckerzug in Rees an. Das Gelände war mit Ausnahme des wunderschönen Spiegelzelts nicht sonderlich spektakulär und irgendeine Art von Feierlaune sah man den Besuchern auch nicht wirklich an; alles wirkte ein wenig steif. Die erste Band, die wir uns dann anguckten waren “The Soundtrack of our Lives”, vor denen wir nach ca. 10 Minuten flüchteten, denn die gefielen überhaupt nicht. So machten wir es uns im Biergarten vor der Spiegelzelt-Leinwand gemütlich, beobachteten das gemischte Publikum von 6-80 Jahren. Ehrlich gesagt, wurde man von dem vielen Rumgesitze schon etwas träge und wir waren letztendlich heilfroh, dass die fabelhafte “Little Boots” bereits 25 Minuten früher auf die Bühne trat und wir tatsächlich noch einen Platz im Zelt fanden. Clubgeruch auf einem Festival – das hat was! Live hatte die Little Boots Platte nochmehr Wums und so zog ein Discogefühl in die Konzertatmosphäre ein, das schwer beeindruckte.
Die Langeweile bis zu den Broten vertrieben wir uns dann mit einem Spaziergang mit hochgekrempelten Ärmeln. Die Haldern-Besucher waren aber nicht einmal abseits der Bühne zum Spaßen aufgelegt. Laaaangweilig! Beim FB-Auftritt änderte sich das aber. Das Publikum war immer noch nicht überragend, die Mitte zeigte uns dann aber doch, dass gefeiert werden kann. Das Programm der Band war wieder super, war schließlich das gleiche wie zuvor. Einziger Wermutstropfen: Fettes Brot machen Heimweh!
Es war dieses Mal ein eher stressiger aber unaufregender Festivaltag, der uns erst 2.30 Uhr auf die Autobahn führte, 5.00 Uhr morgens zu Hause endete und einem am nächsten Tag auf Arbeit noch mit Nachwehen verfolgte. Das Einzige, was wir am Samstag gelernt haben ist, dass wir auf Lebzeiten Angst vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof haben werden.
Eine Reise durch’s Jammertal. Schön!

Piep! 2

Aug4

Nein, wir haben den Broten nicht den Rücken gekehrt, deshalb das Kiel-Konzert gecancelt und unseren Blog für tot erklärt!
Der wahre Grund für die dumme Stille ist Umzugsstress. Bea hat Hamburg für 6 Monate verlassen, erkundet die Heimat auf Zeit, arbeitet und lernt in Mainz. Karin pendelt und jobbt von Nord- nach Süddeutschland.

Versprochen ist, dass es dieses WE wieder “Musik der Woche” gibt, denn nun hängen wir mal wieder 14 Tage im Rheinland aufeinander, und spätestens am 29.08. einen Bericht vom Auftritt der Brote beim Folklore im Garten.

Dumb and Dumber

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